Was für Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Hernien (Brüchen)?

Bad Bertrich. „Da sich Hernien (Brüche) niemals von selbst zurückbilden, ist die Operation die einzige Heilungsmöglichkeit. Die moderne Medizin unterscheidet dabei vor allem nach der Technik und der Art der Verstärkung, sagt Dr. med. Cem Atamer, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mosel-Eifel-Klinik Venenzentrum MVZ, Bad Bertrich.  

  1. Operationstechniken
  • Minimalinvasive Chirurgie (Schlüsselloch-Technik): Über kleine Schnitte werden eine Kamera und Instrumente eingeführt (laparoskopisch). Diese Methode ist Standard, da sie weniger Schmerzen verursacht und eine schnellere Rückkehr in den Alltag ermöglicht. Die minimalinvasive Methode ist laut Leitlinien erste Therapiewahl und somit, wenn möglich, zu bevorzugen.
  • Offene Operation: Über einen Hautschnitt wird der Bruch direkt versorgt. Dies wird oft bei sehr großen Brüchen, Voroperationen oder unter örtlicher Betäubung angewendet.

 

  1. Verfahren zur Lücken-Schließung
  • Netzimplantation: In den meisten Fällen wird ein synthetisches Kunststoffnetz (z. B. aus Polypropylen) eingesetzt. Es dient als „Brücke“, über die körpereigenes Gewebe wachsen kann, um die Schwachstelle dauerhaft zu stabilisieren.
  • Nahtverfahren (ohne Netz): Die Bruchlücke wird rein durch körpereigenes Gewebe und Nähte verschlossen (z. B. nach Shouldice). Dies wird heute meist nur noch bei Kindern, Jugendlichen oder sehr kleinen Nabelbrüchen gemacht.
  1. Konservative Methoden (Keine Heilung)
  • Abwartendes Beobachten („Watchful Waiting“): Bei kleinen, beschwerdefreien Brüchen kann man unter ärztlicher Kontrolle abwarten.
  • Bruchbänder: Diese gelten heute als veraltet und gefährlich, da sie das Gewebe schwächen und die Durchblutung stören können. Sie heilen den Bruch nicht.

Kontakt:

Mosel-Eifel-Klinik GmbH
Kurfürstenstraße 40
56864 Bad Bertrich