Bad Bertrich. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, sowohl bei der Art als auch bei der Häufigkeit und den Risiken von Hernien. Während Männer öfter an Leistenbrüchen leiden, sind Frauen anfälliger für eine Schenkelhernie (Femoralhernie). Nur etwa 2–3 % der Frauen erleiden im Laufe ihres Lebens einen Leistenbruch, bei Männern sind es etwa 25–27 %. Schenkelhernien hingegen treten bei Frauen etwa 4- bis 10-mal häufiger als bei Männern auf. Ein Problem ist, dass bei Frauen ein Leistenbruch oft später erkannt wird, da die Vorwölbung anatomisch bedingt kleiner oder tiefer liegen kann. Zudem ist das Risiko einer Einklemmung (Inkarzeration) und damit für eine Notfall-Situation bei Frauen statistisch höher.
Der Hauptgrund für diese Unterschiede ist die Anatomie. Frauen haben ein breiteres Becken und einen engeren Leistenkanal, dafür ist die Öffnung für die großen Blutgefäße zum Bein (Schenkelpforte) anatomisch bedingt eine größere Schwachstelle. Männer haben eine größere natürliche Schwachstelle im Leistenkanal, durch den der Samenstrang verläuft.
Nabelhernien kommen bei Frauen häufiger vor (etwa dreimal so oft wie bei Männern), oft begünstigt durch Schwangerschaften, die das Gewebe um den Bauchnabel dehnen und schwächen.
Zusammenfassend sagt Dr. med. Cem Atamer, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mosel-Eifel-Klinik Venenzentrum MVZ, Bad Bertrich: „Frauen leiden seltener an dem „klassischen“ Leistenbruch, dafür aber häufiger an Schenkel- und Nabelbrüchen, die aufgrund der engeren Bruchpforten oft ein höheres Risiko für Komplikationen bergen“.
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